Nissan 350Z: Die Wiedergeburt der Z-Dynastie
Spezifikationen
Grundinformationen
Leistung und Wert
Vom Datsun 240Z zum modernen Saug-V6
Zu Beginn der 2000er-Jahre leitete Nissan im Rahmen des Nissan Revival Plan eine tiefgreifende Neuausrichtung seiner Modellpalette ein. Zu den prestigeträchtigsten Projekten zählte die moderne Neuinterpretation des legendären Datsun 240Z von 1969, dem Urvater der berühmten Z-Modellreihe.
Das Lastenheft setzte auf eine bewährte, klassische Rezeptur: ein reinrassiges zweisitziges Coupé, eine ausgewogene Heckantriebs-Plattform, ein großvolumiger Sechszylinder-Saugmotor und eine angriffslustige Preispositionierung gegenüber den etablierten deutschen Mitbewerbern jener Epoche. Ende 2002 vorgestellt und im Herbst 2003 auf dem europäischen Markt eingeführt, brachte es der Nissan 350Z (Baureihe Z33) während seiner siebenjährigen Produktionszeit auf rund 250.000 Exemplare. Damit zementierte der japanische Hersteller seine nachhaltige Rückkehr in das internationale Segment sportlicher Hochleistungsfahrzeuge.

Das Nissan 350Z Coupé: puristische Fastback-Silhouette und vertikale Türgriffe aus massivem Aluminium. Das abgebildete Fahrzeug entstammt der Sonderserie 35th Anniversary (2005) im Farbton Redline, ab Werk mit spezifischen 18-Zoll-Rädern und Brembo-Bremsanlage bestückt.
Quelle: © Nissan Motor Co.
Marktumfeld und regionale Absatzverteilung
Um die heutige Position des 350Z auf dem Sammlermarkt fundiert zu beurteilen, lohnt ein genauer Blick auf die weltweite Verteilung der Produktionszahlen sowie die regionalen Ausstattungsunterschiede:
1. Nordamerika: Der tragende Hauptabsatzmarkt (60 % des Gesamtvolumens)
Der nordamerikanische Markt bildete den strategischen Schwerpunkt des Projekts Z33. Mit fast 150.000 verkauften Einheiten in den Vereinigten Staaten erzielte das Coupé einen bemerkenswerten Verkaufserfolg:
- Aggressive Preisgestaltung: Zur Markteinführung 2002 für unter 30.000 US-Dollar angeboten, stellte der 350Z mit 287 SAE-PS ein kaum zu schlagendes Preis-Leistungs-Verhältnis dar, deutlich günstiger als leistungsmäßig vergleichbare Porsche Boxster oder BMW Z4. Allein im Premierenjahr 2003 wurden über 36.000 Einheiten ausgeliefert.
- Besonderheiten des US-Portfolios: Breite Modellstaffelung (Base, Enthusiast, Touring, Track, Grand Touring), ein dominanter Anteil an 5-Stufen-Wandlerautomatikgetrieben (nahezu 60 % der Verkäufe) sowie eine hohe Beliebtheit des Roadster-Modells.

Besonderheit des US-Marktes: Ein beträchtlicher Teil der in Nordamerika verkauften 350Z wurde mit 5-Stufen-Automatik und Stoffsitzen bestellt, ganz im Gegensatz zu den europäischen Ausführungen, die serienmäßig mit 6-Gang-Handschaltung ausgeliefert wurden.
Quelle: © Nissan Motor Co.
2. Japan: Der geschichtsträchtige „Fairlady Z“ (15 % der Produktion)
Auf dem heimischen Markt behielt das Fahrzeug traditionsgemäß den Namen Fairlady Z. Ursprünglich in Oppama und später im Werk Tochigi gefertigt (wo Nissans anspruchsvollste heckgetriebene Coupés und Limousinen vom Band liefen), diente die Baureihe als Basis für den Werkseinsatz in der Super-GT-Meisterschaft (JGTC). In Japan entwickelte die hauseigene Rennsportabteilung NISMO exklusive Sonderausführungen wie das Homologationsmodell Type E oder den legendären NISMO 380RS (ausgerüstet mit einem 3,8-Liter-Saugmotor mit 350 PS, limitiert auf nur 300 Einheiten).
3. Europa und Frankreich: Hochwertige Serienausstattung (15 % der Fertigung)
Für den europäischen Markt entschied sich Nissan für eine gestraffte Modellstruktur mit einer bemerkenswert lückenlosen Serienausstattung:
- Serienmäßige Hochleistungskomponenten: Europäische Modelle erhielten von Haus aus das straffere Sportfahrwerk, feste Vierkolben-Bremssättel von Brembo an der Vorderachse, ein mechanisches Visco-Sperrdifferenzial (VLSD) sowie das 6-Gang-Schaltgetriebe. Das optionale Pack-Paket erweiterte die Ausstattung um beheizbare Ledersitze und ein klangstarkes Bose-Audiosystem.
- Preis-Leistungs-Maßstab: Mit einem Einstiegspreis von rund 35.000 Euro bei der Einführung im Jahr 2003 bot der 350Z Fahrleistungen und Rundenzeiten auf dem Niveau deutscher Sportwagen, die ein Vielfaches kosteten.
- Absatzzahlen in Frankreich: Rund 2.500 Neufahrzeuge wurden während des gesamten Produktionszeitraums in Frankreich zugelassen. Die frühen 280-PS-Coupés stellen das Gros des Bestands, während die späten HR-Versionen mit 313 PS (2007–2009) mit weniger als 300 Einheiten (Coupé und Roadster summiert) extrem rar blieben.
4. Popkultureller Kultstatus und Medienpräsenz
Der 350Z prägte das automobile Bewusstsein einer ganzen Generation von Sportwagen-Enthusiasten:
- Videospiel-Ikone: Legendärer Protagonist in Meilensteinen wie Need for Speed: Underground 2 (2004) und der Gran Turismo-Reihe. Nissan brachte 2005 sogar eine offiziell durchnummerierte Kleinserie heraus: den 350Z Gran Turismo 4 Edition.
- Kino-Präsenz: Durch spektakuläre Auftritte wie in The Fast and the Furious: Tokyo Drift (2006) avancierte der Z33 zu einer der unverwechselbarsten japanischen Silhouetten seines Jahrzehnts.
Design: Klare, zweckmäßige Linienführung
Unter der Leitung von Shiro Nakamura und gezeichnet im kalifornischen Studio Nissan Design America unter Chefdesigner Ajay Panchal, zeichnet sich der 350Z durch den bewussten Verzicht auf optischen Zierrat aus:

Frontpartie der Sonderserie 35th Anniversary in Redline-Rot: schlichter rechteckiger Kühllufteinlass und organisch in die Kotflügel gezogene Klarglasscheinwerfer, ganz ohne verspielte Anbauteile.
Quelle: © Nissan Motor Co.
1. Proportionen und charakteristische Gestaltungsmerkmale
Das Karosseriedesign des Z33 folgt strengen geometrischen Grundsätzen und fließt in harmonischen Bögen:
- Fließende Fastback-Dachlinie: Das Dach spannt sich in einem ununterbrochenen Schwung bis zur Heckabrisskante und erzeugt so eine kompakte, kraftvolle Statur.
- Kurze Überhänge: Die Räder sitzen weit außen an den vier Ecken der Karosserie. Der Radstand von 2,65 Metern bürgt für herausragende Richtungsstabilität.
- Prägende Erkennungszeichen:
- Vertikale Türgriffe aus massivem Aluminium: Bündig in die Türflanken eingepasst, gehören sie zu den markantesten Stilelementen des Z33.
- Scharf geschnittene Leuchteinheiten: Mandelförmige Projektionsscheinwerfer vorn, korrespondierend mit vertikalen, dreieckigen Heckleuchten.
- Powerdome auf der Motorhaube (bei den HR-Modellen ab 2007): Technisch erforderlich, um die höher bauende Doppelansauganlage samt zweier Drosselklappen unterzubringen, knüpft diese markante Wölbung visuell direkt an den Datsun 240Z an.

Heckpartie der Jubiläumsedition 35th Anniversary: stämmige Spurbreite, senkrecht angeordnete dreieckige Rückleuchten und werksseitige zweiflutige Abgasanlage.
Quelle: © Nissan Motor Co.
2. Wertewandel auf dem Sammlermarkt
Zwischen 2005 und 2015 führten günstige Gebrauchtwagenpreise dazu, dass zahlreiche Exemplare von Zubehörtuning heimgesucht wurden (ausladende Glasfaser-Karosserieteile, überdimensionierte Heckflügel, extreme Tieferlegungen). Heute hat sich die Nachfrage von Sammlern und Kennern radikal gewandelt: Auf originalen Werksrädern (insbesondere den leichten, geschmiedeten 5-Speichen-Rädern von RAYS) und in zeitgenössischen Werksfarben (Silverstone Metallic, Tiefschwarz oder Sunset Orange) offenbart die Karosserie des Z33 eine beachtliche zeitlose Reife.
Innenraum und Ergonomie
Das Interieur veranschaulicht Nissans damalige Prioritätensetzung: Das Entwicklungsbudget floss vorrangig in die Kernkomponenten des Fahrwerks, der Bremsen und des Antriebsstrangs, während das Cockpit kompromisslos auf die Bedürfnisse des engagierten Fahrers zugeschnitten wurde.

Auf den Piloten fokussiertes Cockpit: mit der Lenksäule mitschwenkende Instrumenteneinheit, Dreispeichen-Sportlenkrad mit Z-Logo und kurzer Schalthebel.
Quelle: © Nissan Motor Co.
1. Sitzposition und Instrumentierung
Die Ergonomie ist konsequent auf sportliche Fahrweise ausgelegt:
- Drei zentrale Zusatzinstrumente: Im oberen Bereich der Mittelkonsole fahrerorientiert angeordnet (Bordcomputer/Geschwindigkeit, Öldruck, Voltmeter), zitieren sie die legendäre Anordnung des 240Z.
- Feste Einheit aus Lenksäule und Instrumententräger: Bei der Höhenverstellung des Lenkrads wandert der gesamte Armaturenträger mit. Dadurch bleibt der zentrale Drehzahlmesser in jeder Lenkradposition optimal im Blickfeld.
- Tief montierte Sitze: Niedriger Hüftpunkt, ein markant emporragender Mitteltunnel und Pedale aus gelochtem Aluminium.

Die drei fahrerorientierten Rundinstrumente: Multifunktionsanzeige, Öldruckmanometer und Batteriespannungsanzeige.
Quelle: © Nissan Motor Co.
2. Alterungsverhalten der Kunststoffe (Phase 1, 2002–2005)
- Softlack-Beschichtung: Die Mittelkonsole, die Einfassungen der Zusatzinstrumente und die inneren Zuziehgriffe wurden ab Werk mit einer matten Softlackschicht überzogen. Unter UV-Strahlung, Hitze und mechanischer Beanspruchung neigt dieser Belag dazu, klebrig zu werden und abzublättern.
- Modellpflegemaßnahmen Phase 2 und Phase 3 (Ende 2005–2009): Nissan überarbeitete die Türverkleidungen (unter anderem mit integrierten Flaschenhaltern), verbaute griffgünstige Drehregler aus Aluminium für die Klimabedienung und setzte widerstandsfähigere Oberflächenmaterialien ein.
[!TIP] Aufbereitung der Innenraum-Kunststoffe der Phase 1:
- Mittelkonsole, Türgriffe und Instrumentenblenden demontieren (problemlose Demontage in etwa 30 Minuten).
- Die verschlissene Softlackschicht mit einem in Isopropylalkohol getränkten Mikrofasertuch restlos abtragen (keinesfalls Aceton verwenden, da dieses den ABS-Kunststoff zersetzt).
- Die Bauteile im Nassschliffverfahren bearbeiten (zunächst 800er-, anschließend 1.000er-Körnung).
- Einen speziellen Kunststoff-Haftgrund auftragen und mit abriebfestem, seidenmattem Fahrzeug-Innenraumlack lackieren. Das Ergebnis überzeugt durch dauerhafte Kratzfestigkeit und neuwertige Werksoptik.
3. Hintere Domstrebe und Gepäckraum
Hinter den Sitzen installierte Nissan eine wuchtige Aluminium-Domstrebe quer durch das Ladeabteil. Diese Versteifung verleiht dem Hinterwagen eine vorbildliche Verwindungssteifigkeit, schmälert jedoch das nutzbare Kofferraumvolumen. Ein Aufkleber an der Innenseite der Heckklappe veranschaulichte seinerzeit, wie man zwei Golftaschen geschickt um die Strebe herum arrangiert.
Der Roadster (2003–2009)
Kurz nach dem Coupé enthüllt und in Europa im Frühjahr 2005 eingeführt, ersetzt der offene Roadster das feste Blechdach durch ein elektro-mechanisch betätigtes Stoffverdeck, das binnen rund 20 Sekunden unter einer formschön konturierten Verdeckklappe verschwindet.

Die Roadster-Variante: Ermöglicht es, das unverwechselbare Timbre des VQ35-V6 unter freiem Himmel ungefiltert zu genießen.
Quelle: © Nissan Motor Co.
1. Technische Besonderheiten
- Zusatzgewicht (+110 kg): Um den Wegfall des festen Dachs strukturell auszugleichen, verstärkte Nissan die Seitenschweller, die A-Säulen sowie die Schottwand hinter den Sitzen. Der Roadster wiegt fahrfertig rund 1.640 kg.
- Fahrwerksabstimmung: Die Feder-Dämpfer-Kennlinien sind spürbar komfortabler ausgelegt als beim Coupé. Der Roadster empfiehlt sich eher als zügiger Begleiter für kurvenreiche Landstraßen als für die Rennstrecke.
- 130 Liter Ladevolumen: Zwar überschaubar im Fassungsvermögen, dafür aber gänzlich frei von der im Coupé verbauten Querstrebe.

Heckpartie des Roadsters: Feste Verdeckabdeckung mit aerodynamischen Doppelhutzen und markant gezeichneten Rückleuchten.
Quelle: © Nissan Motor Co.
2. Komfort und Reisequalitäten
Im offenen Zustand kommt das füllige Klangbild des VQ35-V6 voll zur Geltung. Die gehobenen Pack-Versionen mit perforierter, cognacfarbener Lederausstattung (Alezan-Leder) und das gläserne Windschott zwischen den festen Überrollbügeln garantieren auch bei Autobahntempo wirksamen Windschutz.

Sportsitze in cognacfarbenem, perforiertem Alezan-Leder: Markenzeichen der Pack-Ausstattungen des Roadsters.
Quelle: © Nissan Motor Co.
3. Prüfpunkte am Verdeckmechanismus
Die Verdeckmechanik arbeitet rein elektromechanisch, wodurch Undichtigkeiten an Hochdruckhydraulikleitungen von vornherein ausgeschlossen sind. Drei Punkte verdienen Beachtung:
- Rückzugbänder des Verdecks (Bungee Straps): Erlahmen diese internen Gummibänder, faltet sich das Gestänge nicht sauber zusammen und bleibt an der Verdeckklappe hängen. Der Austausch gegen verstärkte Bänder aus dem Fachhandel dauert etwa eine halbe Stunde und ist kostengünstig.
- Elektromotoren der Verdeckklappe: Bei sporadischen Funktionsstörungen sind häufig die Kohlebürsten der Stellmotoren in den hinteren Kotflügeln mit Abriebstaub verschmutzt. Eine gründliche Reinigung genügt oft, um die Funktion wiederherzustellen.
- Beifahrer-Fensterhebermotor: Vor dem Verdecklauf müssen die Scheiben automatisch einen Spalt absenken. Zickt der Beifahrer-Fensterheber, unterbricht das Steuergerät den Vorgang aus Sicherheitsgründen.
[!NOTE] Preisgefüge auf dem Gebrauchtwagenmarkt: Der Roadster wird im Schnitt 20 bis 30 Prozent günstiger gehandelt als ein vergleichbares handgeschaltetes Coupé (meist zwischen 12.000 und 16.000 Euro je nach Zustand). Da Cabrios selten im Motorsport oder Driftsport geschunden wurden, finden sich hier oft gepflegte Exemplare mit niedrigen Laufleistungen und vollständigen Wartungsbelegen.
Technische Evolutionen und Modelljahre: Von 280 bis 313 PS
Im Laufe seines Produktionszyklus durchlief der 350Z drei wesentliche motorische Entwicklungsstufen:
1. Phase 1 (2002–2005): Basismotor VQ35DE (280 PS)
Die Premierenausführung des Sportwagens:
- Triebwerk: 3,5-Liter-V6-Saugmotor (VQ35DE) mit 280 PS bei 6.200 U/min und einem Drehmoment von 363 Nm bei 4.800 U/min. Die Höchstdrehzahl liegt bei 6.600 U/min.
- Technische Merkmale: Einfache variable Ventilsteuerung auf der Einlassseite (CVTCS), eine einzelne zentrale Drosselklappe, Xenon-Projektionsscheinwerfer, herkömmliche Glühlampen im Heck.
- Charakteristik: Kräftiger Durchzug aus niedrigen und mittleren Drehzahlen. Nahezu kein Ölverbrauch und vorbildliche mechanische Standfestigkeit.
2. Modelljahr 2005: Jubiläums-Sonderserie „35th Anniversary“ (300 PS)
Zur Feier des 35-jährigen Bestehens der Z-Reihe (1969–2004) präsentierte Nissan die sogenannte „Rev-up“-Ausführung des VQ35DE.
- Motorüberarbeitung: Variable Nockenwellenverstellung nun für Einlass und Auslass, schärfere Steuerzeiten und verstärkter Kurbeltrieb.
- Leistungsdaten: 300 PS bei 6.400 U/min, 353 Nm bei 4.800 U/min, Drehzahllimit auf 7.000 U/min angehoben.
- Optische Besonderheiten: Exklusive Lackierungen in Ultra Yellow, Schwarz oder Redline-Rot (wie beim Titelmodell dieses Artikels), spezifische 18-Zoll-Räder im Fünfspeichendesign und Brembo-Bremsen.
3. Phase 2 (2006–Anfang 2007): Modellpflege und 300-PS-Rev-up als Standard
- Serieneinsatz: Der 300-PS-Rev-up-Motor wird Standard für alle handgeschalteten Coupés und Roadster.
- Facelift-Merkmale: Modifizierte Frontschürze, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit integrierten LED-Akzenten, Voll-LED-Rückleuchten und neu gestaltete 18-Zoll-Felgen.
- Innenraum: Modernisierte Mittelkonsole mit runden Aluminium-Klimareglern und hochwertiger anmutenden Oberflächen.
- Wichtiger Prüfpunkt: Bei einigen Serien der Rev-up-Motoren kann aufgrund unzureichend abdichtender Kolbenringe ein erhöhter Ölverbrauch auftreten (in Einzelfällen über 1 Liter auf 1.000 km).
4. Phase 3 (2007–2009): Der hochentwickelte VQ35HR (313 PS)
Diese letzte Evolutionsstufe stellt den unbestrittenen Höhepunkt der Baureihe Z33 dar. Nissan entwickelte das Aggregat VQ35HR (High Revolution / High Response), das zu rund 80 Prozent aus Neuteilen besteht:
- Konstruktion: Motorblock um 8,4 mm erhöht für längere Pleuel (+7,6 mm), Verdichtung auf 10,6:1 gesteigert, symmetrische Doppel-Ansauganlage (Twin Throttle) mit zwei separaten Luftfilterkästen und zwei elektronischen Drosselklappen.
- Fahrleistungen: 313 PS bei 6.800 U/min, 358 Nm Drehmoment bei 4.800 U/min, Drehzahlgrenze auf fulminante 7.500 U/min angehoben (Begrenzer bei 7.600 U/min).
- Unverwechselbares Erkennungsmerkmal: Motorhaube mit markantem Powerdome, der zwingend notwendig war, um den beiden voluminösen Ansaugrohren Platz zu bieten.
- Zuverlässigkeit: Erhöhter Ölverbrauch gehört der Vergangenheit an. Einzig der hydraulische Zentralausrücker der Kupplung (CSC) erfordert bei diesem Modell erhöhte Aufmerksamkeit.
| Merkmal | Phase 1 (2002–2005) | Phase 2 Rev-up (2005–2006) | Phase 3 HR (2007–2009) |
|---|---|---|---|
| Motorcode | VQ35DE | VQ35DE Rev-up | VQ35HR Twin Throttle |
| Leistung | 280 PS bei 6.200 U/min | 300 PS bei 6.400 U/min | 313 PS bei 6.800 U/min |
| Drehmoment | 363 Nm bei 4.800 U/min | 353 Nm bei 4.800 U/min | 358 Nm bei 4.800 U/min |
| Maximaldrehzahl | 6.600 U/min | 7.000 U/min | 7.600 U/min |
| Ansaugsystem | 1 zentrale Drosselklappe | 1 zentrale Drosselklappe | 2 unabhängige Drosselklappen |
| Äußeres Kennzeichen | Glatte Motorhaube / Glühlampen-Heck | Facelift-Front / LED-Heckleuchten | Motorhaube mit Powerdome |
| Ölverbrauch | Gering (< 0,3 l / 1.000 km) | Variabel (teils > 1 l / 1.000 km) | Vernachlässigbar (< 0,2 l / 1.000 km) |
| Relatives Preisniveau | Ausgangsbasis | +10 % bis +15 % | +40 % bis +60 % (Begehrteste Version) |
Mechanische Architektur: Der VQ35-Saugmotor
Der VQ35 ist ein 60-Grad-V6-Vollaluminiummotor (95,5 mm Bohrung, kurzer Hub von 81,4 mm bei 3.498 cm³ Hubraum), der sich einen herausragenden Ruf für Langlebigkeit erworben hat und mehrfach in die renommierte Bestenliste Ward’s 10 Best Engines gewählt wurde.

Blick in den Motorraum: Der 3,5-Liter-V6-Saugmotor, überspannt von der massiven Aluminium-Domstrebe zwischen den vorderen Federbeindomen.
Quelle: © Nissan Motor Co.
Mit einer wartungsfreien Steuerkette und einem voluminösen Ansaugkrümmer überzeugt das Triebwerk durch exzellente Elastizität und eine spontane, lineare Gasannahme über das gesamte Drehzahlband.
Fahrdynamik und Fahrgefühl
Auf der Straße setzt der 350Z auf ein grundsolides, ehrliches Fahrwerkskonzept. Er basiert auf Nissans FM-Plattform (Front Midship), bei der der Motor weit hinter die Vorderachse gerückt ist, was zu einer nahezu idealen Achslastverteilung von 53 % vorn zu 47 % hinten führt.

Der 350Z in dynamischer Schräglage: Tiefer Schwerpunkt, 2,65 m Radstand und Kardanwelle aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK).
Quelle: © Nissan Motor Co.
1. Bedienelemente und Rückmeldung
- Präzises, mechanisches 6-Gang-Schaltgetriebe: Das Getriebe (FS6R31A) überzeugt mit kurzen Schaltwegen und exakter, satter Führung. Die Schaltgasse verlangt eine entschlossene Hand, belohnt aber mit unverfälschtem Feedback.
- Hydraulische Servolenkung: Im Rangiertempo angenehm straff, vermittelt sie bei zügiger Fahrt ein glasklares Gefühl für die Haftungsgrenze der Aluminium-Mehrlenker-Vorderachse.
- Kardanwelle aus Kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK): Ein für diese Preisklasse außergewöhnliches High-Tech-Detail. Die einteilige Verbundwerkstoff-Welle reduziert die rotierenden Massen und sorgt für spontaneres Ansprechverhalten bei Lastwechseln.
- Visco-Sperrdifferenzial (VLSD): In Europa serienmäßig an Bord, garantiert es saubere Traktion am Kurvenausgang und gut beherrschbare, progressive Reaktionen im Grenzbereich.
2. Ein unverfälschtes analoges Fahrerlebnis
Bei seiner Vorstellung wurde das Leergewicht von 1.530 kg im Vergleich zu leichtgewichtigen Roadstern wie dem Honda S2000 (1.260 kg) vereinzelt kritisiert. Zwei Jahrzehnte später rangiert der 350Z damit im unteren Mittelfeld moderner Sportcoupés, von denen viele 1.650 bis über 1.750 kg auf die Waage bringen. Ohne adaptive Dämpfer, ohne synthetische Lenkfilter und ohne künstlichen Motorsound über die Lautsprecher bewahrt der 350Z eine erfrischend ehrliche Verbindung zwischen Mensch und Maschine.
Konkurrenzumfeld: Der 350Z im Vergleich zu seinen Zeitgenossen
Anfang der 2000er-Jahre trat der 350Z gegen profilierte europäische Wettbewerber an:
| Modell & Motorisierung | Leistung & Gewicht | Konzept & Charakter | Vorteile gegenüber dem 350Z | Nachteile gegenüber dem 350Z |
|---|---|---|---|---|
| Nissan 350Z (3.5L V6 Saugmotor) |
280 bis 313 PS 1.530 kg |
Heckgetriebenes GT-Coupé, Front-Mittelmotor, Sperrdifferenzial | Herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, serienmäßige Brembo-Bremsen, langlebiger Motor | Einfache Kunststoffe in Phase 1, störende Domstrebe im Heck |
| BMW Z4 3.0i / 3.0si (E85/E86) (3.0L R6 Saugmotor M54/N52) |
231 bis 265 PS 1.290 bis 1.320 kg |
Roadster/Coupé mit Reihensechszylinder und Heckantrieb | Rund 200 kg leichter, hochwertigere Innenraumverarbeitung | Geringere Motorleistung, Serienbremse bei forciertem Einsatz schneller überfordert |
| Audi TT 3.2 V6 Quattro (3.2L VR6) |
250 PS 1.520 kg |
Allrad-Coupé, Haldex-Traktion | Souveräne Allwettertraktion, exzellente Verarbeitungsqualität | Untersteuernde Tendenz im Grenzbereich, quer eingebaute Motorarchitektur |
| Porsche Boxster S (986/987) (3.2L / 3.4L Sechszylinder-Boxer) |
260 bis 310 PS 1.320 bis 1.355 kg |
Mittelmotor-Roadster, Maßstab bei Fahrdynamik | Herausragende Agilität, unübertroffene Lenkpräzision | Spürbar höhere Wartungskosten, IMS-Zwischenwellenlager-Risiko (bei 986/987.1) |
| Honda S2000 (2.0L VTEC-Vierzylinder F20C) |
240 PS 1.260 kg |
Kompromissloser Leichtbau-Roadster, Hochdrehzahlkonzept (9.000 U/min) | Legendäre Schaltpräzision, geringes Leergewicht | Mageres Drehmoment im Drehzahlkeller (208 Nm), giftiges Fahrverhalten bei Nässe |
👉 Weiterführende Lektüre: Lesen Sie unsere ausführlichen Kauf- und Investitionsanalysen zum BMW Z4 3.0si, zum Porsche Boxster S (987.2) und zum Honda S2000.
Der Vergleich mit den BMW M3 (E36 und E46): Eine frappierende Bewertungsdifferenz
Weitet man den Blick über reine Zweisitzer hinaus, hält der Nissan 350Z einem direkten Vergleich mit den unbestrittenen Ikonen des Saugmotor-Zeitalters stand: dem BMW M3 E36 (3,2 Liter, 321 PS) und dem BMW M3 E46 (3,2 Liter, 343 PS).
Auf der Piste bringt der Japaner handfeste Trümpfe mit:
- Optischer Auftritt und Statur: Mit breiter Spur (1.535 mm vorn, 1.545 mm hinten), muskulös ausgestellten Kotflügeln und tiefer Sitzposition besitzt der 350Z ein mindestens ebenso respekteinflößendes Überholprestige wie ein M3, dessen Grundform von einer Großserienlimousine abstammt.
- Antriebskonzept und Fahrspaß: Großvolumiger Sechszylinder-Saugmotor (3,5 Liter bei Nissan gegenüber 3,2 Liter bei BMW), knackiges 6-Gang-Schaltgetriebe, Sperrdifferenzial und serienmäßige Brembo-Festsättel. Der Drehmomentverlauf des VQ35 aus dem Drehzahlkeller kann es jederzeit mit dem Antritt der bayerischen S50/S54-Triebwerke aufnehmen.
Dennoch haben sich die Marktwerte beider Baureihen drastisch auseinanderentwickelt:
- Ein gepflegter BMW M3 E36 mit Schaltgetriebe notiert heute zwischen 25.000 und 35.000 Euro, während ein solider M3 E46 als Handschalter-Coupé regelmäßig die Marke von 40.000 bis 50.000 Euro übersteigt.
- Im Vergleich dazu liegt ein unverbastelter Nissan 350Z mit 280 PS zwischen 16.000 und 20.000 Euro (bzw. bei ca. 25.000 Euro für ein seltenes 313-PS-HR-Modell). Der Preisabstand beträgt somit 50 bis 60 Prozent zugunsten der deutschen Klassiker.
Mehrere Faktoren begründen diese Kluft:
- Der Mythos der M GmbH: Das Motorsport-Renommee und zahllose Tourenwagensiege sicherten dem M3 einen automatischen Sammlerstatus. Nissan galt in Europa während der 2000er-Jahre trotz der Tradition des 240Z und des Skyline GT-R eher als Volumenhersteller.
- Alltagstauglichkeit: Der M3 ist ein vollwertiger Viersitzer mit geräumigem Kofferraum, tauglich für Urlaubsreisen mit der Familie. Der 350Z ist ein reiner Zweisitzer mit eingeschränktem Gepäckabteil.
- Zeitversetzter Wertverlauf: Auch der M3 E36 durchlief zwischen 2005 und 2015 eine lange Talsohle, in der viele Fahrzeuge verheizt wurden, ehe die Preise für originale Exemplare explosionsartig anzogen. Der 350Z durchlebt exakt diesen Zyklus – mit etwa zehn Jahren zeitlichem Versatz.
[!TIP] Der entscheidende Kostenvorteil des 350Z: Für Liebhaber charakterstarker Saugmotoren bietet der 350Z ein unvergleichlich kalkulierbares Kostenrisiko. Während der S54-Motor des M3 E46 kostenintensive Vorsorgemaßnahmen erfordert (regelmäßiger Pleuellagertausch, Revision der Doppel-VANOS, Überprüfung von Rissen am Hinterachsblech), kennt der VQ35-V6 von Nissan keine grundlegenden Schwachstellen im Kurbeltrieb und besitzt eine wartungsfreie Steuerkette. Bei vergleichbarem emotionalem Fahrgenuss schlägt das Pendel beim Unterhalt eindeutig zugunsten des Japaners aus.
350Z HR (313 PS) vs. 370Z (328 PS): Zwei unterschiedliche Philosophien
Der Vergleich zwischen der ausgereiftesten Variante 350Z HR (313 PS) und ihrem Nachfolger, dem 370Z (328 PS), ist ein wiederkehrendes Thema:
| Kriterium | Nissan 350Z HR (2007–2009) | Nissan 370Z (2009–2020) |
|---|---|---|
| Triebwerk | 3.5L V6 Saugmotor (VQ35HR) | 3.7L V6 Saugmotor (VQ37VHR) |
| Leistung & Drehzahl | 313 PS bei 6.800 U/min (7.500 U/min Spitze) | 328 PS bei 7.000 U/min (7.500 U/min Spitze) |
| Radstand & Gewicht | 2.650 mm / ca. 1.530 kg | 2.550 mm (-100 mm) / ca. 1.495 kg (-35 kg) |
| Fahrverhalten | Gutmütig, progressiver Grenzbereich | Agilerer Einlenkwille durch kurzen Radstand, giftiger am Limit |
| Schaltcharakteristik | 100 % manuelles Zwischengas (Spitze-Hacke) | SynchroRev Match-System (automatische Zwischengasstöße) |
| Motorsound ab Werk | Sonor, tiefes mechanisches Grollen | Helleres Klangbild; Ölkühler für Rennstreckeneinsatz ratsam |
| Produktionsvolumen | In Europa extrem selten (< 300 Ex. in Frankreich) | Weite Verbreitung über mehr als 10 Jahre Bauzeit |
| Sammler- und Wertpotenzial | Gesuchter moderner Klassiker, anziehende Notierungen | Moderner Gebrauchtsportwagen, stabiles Preisniveau |

Der Nissan 370Z: 100 mm kürzerer Radstand, Bumerang-Leuchten und 328 PS starker 3,7-Liter-V6 mit automatischer Zwischengasfunktion SynchroRev Match.
Quelle: © Nissan Motor Co.
Fazit des Generationsvergleichs:
- Alltag und moderne Ausstattung: Der 370Z bietet das modernere Cockpit, kompaktere Außenabmessungen und einen besser zugänglichen Kofferraum ohne störende Querstrebe.
- Werterhalt und Sammlerstatus: Der 350Z HR besitzt das stärkere Sammlerpotenzial. Seine extreme Seltenheit auf dem europäischen Markt, das vollkommen ungefilterte manuelle Schaltgetriebe und seine Rolle als stilbildendes Original machen ihn zum Favoriten unter Liebhabern.
Zuverlässigkeit und Schwachstellen beim Kauf
Obgleich der VQ35-Motor für seine extreme Standfestigkeit geschätzt wird (viele Exemplare knacken problemlos die 200.000-Kilometer-Marke mit ungeöffnetem Motor), verlangen einige Punkte vor dem Kauf eine gründliche Begutachtung:
1. Motorölverbrauch (Vor allem beim Rev-up-Motor mit 300 PS)
Die 2005 und 2006 produzierten 300-PS-Aggregate können herstellungsbedingt unter erhöhtem Ölverbrauch leiden, hervorgerufen durch mangelhafte Ölabstreifringe. Der Verbrauch kann über 1 Liter auf 1.000 Kilometer klettern. Regelmäßiges Kontrollieren des Ölstands ist Pflicht, um Mangelschmierung zu vermeiden. Bei den 280-PS- und 313-PS-HR-Motoren tritt dieses Phänomen nicht auf (normaler Verbrauch unter 0,3 l / 1.000 km).
2. Hydraulischer Zentralausrücker der Kupplung (CSC – spezifisch für HR mit 313 PS)
Beim HR-Modell wurde die klassische außenliegende Ausrückgabel durch einen innenliegenden hydraulischen Zentralausrücker (Concentric Slave Cylinder) ersetzt. Unter thermischer Belastung kann die Dichtung des Bauteils versagen, sodass das Kupplungspedal am Bodenblech hängen bleibt. Die Umrüstung auf einen verstärkten Zentralausrücker aus Aluminium beim regulären Kupplungstausch schafft dauerhafte Abhilfe.
3. Synchronringe des Schaltgetriebes (Frühe 2003er-Baujahre)
Die allerersten Exemplare (Getriebekennungen CD001 bis CD005) neigten zu vorzeitigem Verschleiß der Synchronringe des 3. und 5. Gangs, was sich durch Kratzgeräusche beim schnellen Schalten bemerkbar macht. Ab Ende 2004 stellte Nissan auf die überarbeitete Getriebegeneration CD009 mit Mehrfachkonus-Synchronisierung um, die als absolut schussfest gilt.
4. Fensterhebermotoren
Ein bekanntes Z33-Phänomen: Kohlebürstenabrieb kann den kleinen Stellmotor blockieren, sodass die Seitenscheibe beim Öffnen oder Schließen der rahmenlosen Türen nicht mehr die nötigen Millimeter absenkt. Der Austausch des Motors ist unkompliziert und kostengünstig.
5. Hinteres Differenziallager im Fahrschemel
Das obere, im Hinterachsträger eingepresste Differenziallager ist mit Silikonöl gefüllt. Im Alter kann die Gummimembran einreißen, woraufhin die Dämpfungsflüssigkeit austritt und Schläge bei Lastwechseln spürbar werden. Der Einbau einer zweiteiligen Polyurethan-Buchse ist die gängige und dauerhafte Lösung.
6. Nockenwellen- und Kurbelwellensensoren (OT-Geber)
Bedingt durch die Hitzestauung im Motorraum können diese Sensoren im Alter fehlerhafte Signale liefern, was zu plötzlichem Ausgehen des Motors oder zum Aufleuchten der Motorkontrollleuchte führt. Es empfiehlt sich, ausschließlich Nissan-Originalteile oder Erstausrüsterware (Hitachi) zu verbauen.
7. Korrosion am Unterboden (Re-Importe)
Die Karosserie verfügt über einen guten werksseitigen Rostschutz. Da jedoch viele auf dem Markt angebotene Fahrzeuge aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz stammen, wo Streusalz intensiv eingesetzt wird, ist eine Begutachtung auf der Hebebühne unerlässlich. Besonderes Augenmerk gilt den hinteren Radläufen, den Achsaufnahmen des Fahrschemels und den Federbeindomen.
Der Originalzustand: Das wichtigste Kriterium für künftige Wertsteigerungen
Die Marktanalyse des Nissan 350Z belegt eine eindeutige Gesetzmäßigkeit: Der Sammlerwert des Modells steht und fällt mit seiner unberührten Originalität.
1. Die Folgen der Tuning-Welle
Zwischen 2008 und 2018, als die Gebrauchtwagenpreise oft unter 10.000 bis 12.000 Euro sanken, fiel ein Großteil der Fahrzeuge aggressiven Umbauten zum Opfer:
- Verlust von Originalteilen: Zahlreiche Exemplare verloren ihren strömungsgünstigen Serienluftfilterkasten zugunsten offener Sportluftfilter, erhielten laute Zubehörauspuffanlagen ohne abgestimmten Gegendruck oder büßten ihre geschmiedeten RAYS-Felgen ein.
- Fahrwerksbeanspruchung: Fahrzeuge aus Drifteinsätzen oder mit extrem harten Gewindefahrwerken weisen häufig Ermüdungserscheinungen an Achsaufnahmen und Buchsen auf.
- Schätzungen zufolge wurde die Mehrheit aller zugelassenen Z33 technisch oder optisch modifiziert.
2. Die Zweiteilung des Marktes
Auf den Verkaufsplattformen führt dies zu zwei völlig getrennten Lagern:
- Modifizierte oder lückenhaft dokumentierte Fahrzeuge: Sie verharren bei langen Standzeiten meist in einer Preisspanne von 12.000 bis 15.000 Euro und werden von Sammlern ignoriert.
- Vollständig originale Exemplare: Ein europäisches Coupé mit originaler Lackierung, Serienrädern, unversehrter Innenausstattung und lückenlosem Serviceheft findet rasch Käufer – und das mit einem Preisaufschlag von 30 bis 50 Prozent über dem Marktdurchschnitt.
[!IMPORTANT] Wirtschaftlichkeit eines Rückbaus: Der Versuch, einen verbastelten 350Z wieder in den Werkszustand zu versetzen, rechnet sich finanziell so gut wie nie: Die Kosten für die Wiederbeschaffung von OEM-Teilen (Ansaugtrakt, Serienauspuff, Originalfelgen, unbeschnittene Verkleidungen) übersteigen die anfängliche Ersparnis beim Kaufpreis zumeist deutlich. Von Beginn an in ein strikt originales Fahrzeug zu investieren, ist der verlässlichste Weg zum Werterhalt.
Marktausblick: Welche Ausführung sollte man wählen?
Nachdem die Talsohle der Preisentwicklung Mitte der 2010er-Jahre durchschritten wurde, etabliert sich der Nissan 350Z zunehmend als gefragter japanischer Youngtimer. Für Kaufinteressenten kristallisieren sich drei Profile heraus:
1. Die ausgewogene Vernunftentscheidung: Das 280-PS-Handschalter-Coupé (16.000 – 20.000 €)
Der zugänglichste und homogenste Einstieg. Der VQ35DE-Motor leidet nicht unter erhöhtem Ölverbrauch, Ersatzteile sind günstig und die Wertkurve zeigt für gut erhaltene Originale stetig nach oben. Zu bevorzugen sind Exemplare mit Pack-Ausstattung und geschmiedeten RAYS-Felgen.
2. Die genussvolle Alternative: Der Roadster (12.000 – 16.000 €)
Für sommerliche Ausfahrten und Fahrspaß auf der Landstraße bietet das Cabriolet ein unschlagbares Preis-Leistungs-Gefüge. Rund 20 bis 30 Prozent preiswerter als ein vergleichbares Coupé, oft mit geringerer Laufleistung und von Tuning-Exzessen verschont.
3. Das gesuchte Sammlerstück: Das HR-Coupé mit 313 PS (24.000 – 30.000 €)
Nur zwei Jahre lang gebaut (2007–2009) und in Zentraleuropa in minimalen Stückzahlen verkauft, ist die HR-Variante mit Powerdome-Haube der absolute Liebling der Kenner. Das Drehvermögen bis 7.500 U/min, die robuste Technik und die Seltenheit auf dem europäischen Markt sichern dieser Ausführung das größte Wertsteigerungspotenzial.
| Modell & Ausführung | Motorisierung | Geschätzte Stückzahl | Richtpreis (Deutschland / Europa) | Anlegerprofil |
|---|---|---|---|---|
| 350Z Coupé Phase 1 (2003–2005) | VQ35DE (280 PS) | ca. 160.000 Einheiten | 16.000 € – 20.000 € | Homogener Einstieg, langlebiger und robuster Motor |
| 350Z Roadster (2005–2009) | 280, 300 oder 313 PS | ca. 45.000 Einheiten | 12.000 € – 16.000 € | Offener Fahrspaß, attraktives Preisniveau |
| Sondermodell 35th Anniversary (2005) | VQ35DE Rev-up (300 PS) | Nummerierte Kleinserie | 20.000 € – 25.000 € | Jubiläumsmodell, exklusive Farben (Ultra Yellow, Redline), Brembos |
| 350Z Coupé Phase 2 (2006) | VQ35DE Rev-up (300 PS) | ca. 30.000 Einheiten | 17.000 € – 21.000 € | Überarbeiteter Innenraum; Ölverbrauch vor Kauf prüfen |
| 350Z Coupé Phase 3 HR (2007–2009) | VQ35HR (313 PS) | Unter 15.000 Einheiten | 24.000 € – 30.000 € | Reifste Version, 7.500 U/min, sehr geringe Europa-Stückzahlen |
| NISMO 350Z / 380RS (Japan / US) | 306 PS / 350 PS | 300 Einheiten (380RS) | 35.000 € – 75.000 €+ | Extrem seltene Sammlereditionen für den japanischen und US-Markt |
Fazit: Ein moderner Klassiker des analogen Zeitalters
In einer Sportwagenwelt, die zunehmend von Turbomotoren, automatisierten Doppelkupplungsgetrieben und bevormundenden Assistenzsystemen beherrscht wird, ragt der Nissan 350Z als erfrischend direktes, mechanisches Fahrerauto heraus.
Mit seinem 3,5-Liter-V6-Saugmotor, seinem präzisen Handschaltgetriebe, seinem berechenbaren Heckantrieb und seinen zeitlosen Fastback-Proportionen behauptet er seinen festen Platz unter den Sportwagen-Ikonen der 2000er-Jahre. Noch für unter 20.000 Euro im gepflegten Originalzustand zu bekommen, stellt er eine grundsolide und zukunftssichere Anlage im aktuellen Youngtimer-Segment dar.
Fahrzeugbewertung
Bewertungskriterien
Wertsteigerungspotential
Potenzial für Wertsteigerung über die Zeit
"Nach einer Phase spürbaren Wertverlusts hat sich das Preisniveau des 350Z stabilisiert und tendiert bei unverbastelten Exemplaren klar nach oben. Ein vollständig originales Fahrzeug zu finden, ist heute die größte Hürde für Kaufinteressenten, da ein beträchtlicher Teil des Bestands modifiziert, im Driftsport eingesetzt oder auf Rennstrecken beansprucht wurde. Unberührte Originalexemplare mit lückenloser Historie erzielen bereits deutliche Sammleraufschläge."
Besitzkosten
Gesamte Besitzkosten (höhere Punktzahl = niedrigere Kosten)
"Der VQ35DE-Saugmotor zeichnet sich durch außergewöhnliche Robustheit aus, vorausgesetzt, die vorgeschriebenen Wartungsintervalle und der Ölstand werden gewissenhaft überwacht. Ohne Turbolader und ohne übermäßig komplexe Elektronik bleiben die Unterhaltskosten für einen Sportwagen dieser Leistungsklasse sehr moderat. Verschleißteile und Komponenten sind zu fairen Preisen verfügbar."
Fahrvergnügen
Reines Fahrvergnügen und Fahrerlebnis
"Ein direkter, puristischer und rückmeldungsfreudiger Sportwagen. Der 3,5-Liter-V6 liefert bereits aus dem Drehzahlkeller sämigen Schub, übertragen über ein knackig geführtes Sechsgang-Schaltgetriebe, eine harmonische Gewichtsverteilung von 53:47 und ein in der europäischen Spezifikation serienmäßiges Sperrdifferenzial."
Marktliquidität
Leichtigkeit des Verkaufs bei Bedarf
"Die Nachfrage nach handgeschalteten Coupés im strikten Werkszustand ist lebhaft und beständig. Umgekehrt verzeichnen verbastelte Exemplare oder Fahrzeuge mit lückenhafter Historie erhebliche Preisabschläge und deutlich längere Standzeiten auf dem Markt."
Exklusivität & Seltenheit
Wie selten und exklusiv das Fahrzeug ist
"Mit weltweit rund 250.000 gebauten Einheiten ist der 350Z rein mengenmäßig kein rares Automobil. Die wahre Seltenheit liegt im Erhaltungszustand: Vollkommen serienmäßige Exemplare mit deutscher oder europäischer Auslieferung und gepflegtem Scheckheft sind heute schwer zu finden, bei insgesamt nur rund 2.500 Neuzulassungen in Frankreich."
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